Die Interessenvertretung sächsischer Ingenieure
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Verbindliche Anwendung der Expertenliste für Bundesförderprogramme der KfW – Energieeffizient Bauen und Sanieren

Mit dem beiliegenden Multiplikatorenrundschreiben der KfW vom 30.04.2013 teilt diese mit, dass „ab dem 01.06.2013 für geförderte Sanierungsvorhaben (Antragstellung im KfW-Programm-Nr.: 151/152, 167 und 430) nur noch Sachverständige für eine Förderung der Baubegleitung (Programm-Nr. 431) ausgewählt werden können, die in der Expertenliste (www.energieeffizienz-experten.de) eingetragen sind. Wenn Sachverständige noch nicht eingetragen sind und dies beabsichtigen, können sie nach dem 01.06.2013 eine Bestätigung zum Förderantrag (Programm-Nr.: 151/152 und 430) ausstellen. Spätestens mit Antragstellung im Programm Energieeffizient Sanieren – Baubegleitung müssen sie in der Expertenliste eingetragen sein.“

In dem Rundschreiben wird ebenfalls angekündigt, dass für das Förderprogramm „Energieeffizient Bauen und Sanieren“ (KfW-Programm-Nr. 151/152, 153 und 430) eine verbindliche Anwendung der Expertenliste ab 01.02.2014 wirksam werden soll.

Bundesingenieurkammer (BIngK)und Bundesarchitektenkammer (BAK) befinden sich seit Oktober 2011 in Verhandlungen mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und der KfW mit dem Ziel, die verbindliche Listenführung als Sachverständige für KfW-Förderprogramme gerade auch unter Beachtung der Belange der Öffentlichkeit mit dem notwendigen Augenmaß ohne überzogene Bürokratie praxisgerecht auszugestalten. Dabei soll aus Sicht der Kammern auch berücksichtigt werden, dass die nachgewiesenen Qualifikationen von Ingenieuren und Architekten ausreichend berücksichtigt werden. BIngK und BAK argumentieren hierbei, dass die Kammermitglieder bereits die Grundqualifikation besitzen und dadurch Energieberatung mit ganzheitlich planendem Ansatz leisten können.

"Die Kammern sichern seit Jahren durch eine kontinuierliche und fachlich hochwertige Weiterbildung die Planungs- und Beratungsqualität der Ingenieure effizienter und kostengünstiger – dennoch werden durch die KfW die Ingenieure verpflichtet, die total überzogenen Kosten einer überflüssigen Listenführung zu tragen! Die mit dem Eintrag in die "Expertenliste" verbunden Aufwendungen und Kosten stehen den politischen Anstrengungen einer vereinfachten Planung und Sanierung entgegen und stellen die Wirtschaftlichkeit vieler Aufträge für die Energieberater in Frage.", meint Dr.-Ing. Siegfried Schlott, Vorstandsmitglied der Ingenieurkammer Sachsen.

Die Verhandlungen BMVBS/KfW und BIngK/BAK werden fortgeführt. Die Verbindlichkeit der Anwendung der Expertenliste ist jedoch davon unabhängig. Es bleibt im Ermessen von jedem Energieberater, ob er sich direkt in die Expertenliste unter der Webseite www.energie-effizienz-experten.de einträgt oder die Verhandlungsergebnisse noch abwartet. Dabei ist folgendes zu beachten:

• Für Maßnahmen zu den KfW-Programmen, die vor dem 01.06.2013 beantragt worden sind, bleibt es dabei, dass für das Förderprogramm Energieeffizienz Sanieren-Baubegleitung (Programm-Nr. 431) auch nach dem Stichtag keine Listeneintragung erforderlich ist.

• Für Maßnahmen, die nach dem 01.06.2013 beantragt werden ist zu berücksichtigen, dass die Antragstellung des Förderprogrammes Energieeffizienz Sanieren-Baubegleitung erst nach Abschluss der energetischen Fachplanung und Baubegleitung erfolgt, der Listeneintrag ist dann innerhalb von 3 Monaten nach Rechnungslegung ausreichend. Zu Bedenken ist jedoch, dass Bauherren sich möglicherweise aus eigenem Interesse vorbehalten, die Leistung nur an bereits gelistete Planer zu beauftragen.

Schreiben der KfW - ZUM DOWNLOAD