Die Interessenvertretung sächsischer Ingenieure
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6. Juni 2007 - Parlamentarisches Frühstück

Zum traditionellen Parlamentarierfrühstück konnten die Mitglieder des Vorstands und der Vertreterversammlung der Ingenieurkammer Sachsen am 6. Juni 2007 wieder zahlreiche Abgeordnete des Sächsischen Landtags begrüßen. Auf der Agenda standen neben der Verbesserung der Exportförderung in Sachsen die Zukunftsperspektiven des Ingenieurberufs.

1. Verbesserung der Exportförderung in Sachsen
Derzeit ist die Beteiligung Sachsens an der Weltwirtschaft noch zu gering. Um die Chancen auf den Weltmärkten besser zu nutzen, ist die Export"be"förderung für Ingenieure ein Arbeitsschwerpunkt der Ingenieurkammer, erläuterte Dr.-Ing. Arne Kolbmüller, Präsident der Ingenieurkammer Sachsen, in seinen Begrüßungsworten. Eine Schlüsselstellung kommt dabei der Implementierung eines funktionierenden Consultings zu, das die Grundlage für ein erfolgreiches Exportgeschäft bildet.

In Sachsen ist der Strukturwandel weitgehend vollzogen. Von diesen Erfahrungen können sächsische Ingenieure vor allem in osteuropäischen Ländern, die vor vergleichbaren Herausforderungen stehen, als Berater profitieren. Zumal der deutsche Ingenieur und das Markenzeichen "Made in Germany" im Ausland nach wie vor hoch geschätzt und wettbewerbsfähig sind.

Mit Unterstützung der Sächsischen Landtagsabgeordneten konnte im vergangenen Jahr der Sächsische Consultant Fonds (SCF) eingerichtet werden, der sich mit bisher 11 Anträgen inzwischen gut etabliert hat. Dieses Instrument ist gerade in der Kooperation mit anderen osteuropäischen Ingenieurkammern ein wichtiger Baustein, sagte Dr. Kolbmüller.

Weitere wichtige Punkte sind die Konzentration auf gemeinsame Zielgebiete und die bessere Vernetzung der beteiligten Akteure, um Synergieeffekte besser nutzen zu können. Neben dem Fraunhofer-Institut für Mittel- und Osteuropa, dem Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle und der Wirtschaftsförderung Sachsen ist vor allem die Sächsische Aufbaubank (SAB) ein wichtiger Partner. Hier streben wir bei der Recherche von Fördermöglichkeiten künftig eine engere Zusammenarbeit an. "Wenn wir das Brett alle an der gleichen Stelle bohren, haben wir es gemeinsam leichter", brachte Dr. Kolbmüller es auf den Punkt.
 
2. Zukunftsperspektiven des Ingenieurberufs
Die Leistungsfähigkeit der Ingenieure ist die Basis für die Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft. Dennoch gibt es aktuell einen Mangel an Ingenieuren, weil die Bereitschaft eine technische Ausbildung zu absolvieren, immer weiter abnimmt, führte Dr. Kolbmüller in den 2. Schwerpunkt des Parlamentarierfrühstücks ein. Diesem Ingenieurmangel muss begegnet werden. Die Ingenieurkammer Sachsen bereitet dazu u. a. die Gründung der Stiftung "Sachsen . Land der Ingenieure" vor.

Mit dem Bologna-Prozess wird zudem der akademische Titel des Diplom-Ingenieurs verschwinden und durch den Bachelor und Master ersetzt. Damit verschwindet auch ein international anerkanntes Markenzeichen. Dem will die Ingenieurkammer Sachsen durch einen besonderen Schutz des Ingenieurs entgegenwirken und ihn als wirkliche Marke, vergleichbar dem Architekt oder Rechtsanwalt, etablieren. Die Qualität der Marke wird die Ingenieurkammer durch Kontrolle im Rahmen der beruflichen Selbstverwaltung sichern.

Als Fazit fasste Dr. Kolbmüller zusammen: Der Ingenieurberuf ist ein Zukunftsberuf. Wir müssen junge Menschen wieder stärker dazu motivieren, einen technischen Beruf zu ergreifen. Gleichzeitig wollen wir im Wege der Novellierung des Sächsischen Ingenieurkammergesetzes das international anerkannte Markenzeichen des Ingenieurs schützen und als Wettbewerbsvorteil sichern.

In ihren Statements sagten die Abgeordneten Prof. Gunter Bolick (CDU) - wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag und Mitglied im Haushalts- und Finanzausschuss sowie im Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr und Herr Rolf Seidel (CDU) - Mitglied im Ausschuss für Schule und Sport sowie im Innenausschuss im Namen der anwesenden Mitglieder des Sächsischen Landtages den durch Dr. Kolbmüller formulierten Zielrichtungen ihre Unterstützung zu.

"Es war falsch, das deutsche Markenzeichen 'Diplom-Ingenieur' abzuschaffen - die Bestrebungen der Ingenieurkammer Sachsen diesen Fehler durch den besonderen Schutz der Berufsbezeichnung 'Ingenieur' zu korrigieren, unterstützen wir deshalb", führte Prof. Bolick aus und ergänzte: "Wenn im Schul-Lehrplan der vergangenen Jahren die Ausbildungszeit in naturwissenschaftlichen Fächern immer weiter reduziert wurde - so ist das genauso klar der falsche Weg, wie die Reduzierung der Zugangsbedingungen zum Gymnasium! Es verflacht die Qualität künftiger Studienanfänger, die wir gerade in den technischen Disziplinen brauchen, um die wirtschaftliche Entwicklung in Sachsen weiter voran zu bringen!"
Herr Seidel ergänzte dazu, dass es gegen durchaus erheblichen Widerstand gelungen sei, ab dem kommenden Schuljahr eine Abwahlmöglichkeit in den naturwissenschaftlichen Fächern zu unterbinden.

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